Was das Internet angeht da lebt Bayern noch im 20. Jahrhundert. Wenn das mal reicht. In der bayerischen Landesanstalt für Neue Medien hat man sich was ganz cleveres ausgedacht:
Wer für 500 Leute oder mehr “senden” will, muss eine Gebühr bezahlen .
Kostet ja nur zwischen 1.000 und 10.000 Euro.
Gibt es bei uns nicht dieses komische Recht, “seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten”? Hoffentlich klagt ganz schnell jemand gegen diese größenwahnsinnigen Regulierer, damit so was nicht Schule macht. Sonst schalten wir besser gleich um. Nach Peking.
lawblog.de
Das ist super. So kann man sich das Recht auf freie Meinungsäußerung auch aus dem Weg schaffen. Denn in einem bin ich mir sicher: dahinter steckt ein Plan.
Typisch Bayern.
Edit:
Jemand, der in Bayern lebt schickt mir diesen Link und sagt: “Ich muss schnell weg von hier.”
Wundert mich grade mal überhaupt nicht.
Euren Mist will keiner sehen, euch rennen die Zuschauer davon. Wohin? Zur DVD und ins Internet.
Wenn ihr denkt, dass ihr nur billigeren Mist produzieren müsst, um die Rendite zu erhöhen (”Die Leute werden das schon gucken”), dann habt ihr euch geschnitten. Ihr werdet schon sehen, wie ihr euren Laden an die Wand fahrt.
War ja klar. Ein Mullah ist Medienwächter. Wer wäre da auch qualifizierter für als jemand, der Theologie studiert hat?! Unfaßbar.
Dann faselt er da was von Pressefreiheit, aber…
Beim Begriff Freiheit hat der Medienwächter die damit einhergehende Verantwortung im Sinn.
Genau. Neusprech. Wir sagen “Freiheit” und meinen damit “Unterordnung”, “Gehorchen”, kurz: Duckmäusertum. Das Volk hat zu tun, was die Kirche sagt. Das hat uns durchs Mittelalter gebracht, warum sollten wir das nicht heute auch so machen? Aufklärung war nur ein vorübergehender Trend.
Mir fällt dabei noch am ehesten das hier ein, aus dem Spiel “Sid Meyers Alpha Centauri”, das ab dem Jahr 2100 spielt:
Ich war begeistert von dem Video. Tolles Video, toller Song, tolle Botschaft. Am Ende des Songs der Hinweis, dass man ihn kaufen könne.
*Klick* bin ich bei amazon.com
MP3 bei amazon kaufen? Für so wenig Dollar? Klingt fair, das mache ich mal.
Dann die Meldung.
Okay, dann nicht. Schade. Ich hätte auch gerne für den Song bezahlt. So aber…
… soll sich aber keiner wundern, wenn man mit Songs kein Geld mehr verdienen kann. Wenn man sie nicht einmal einkaufen darf.
Bookcrossing ist eine weltweite Bewegung zur kostenlosen Weitergabe von Büchern an Bekannte, in der Regel aber an unbekannte Personen. Über eine zentrale Datenbank auf der Website des Projekts kann dabei der Weg des Buches von allen vorherigen Besitzern verfolgt werden.
Zuerst dachte ich, jemand habe sein Buch verloren, weit gefehlt. Nach dem Aufschlagen konnte ich folgendes lesen:
Glückwunsch, lieber Finder!
Du hast ein buch der Aktion “Bücher finden in Biebertal” entdeckt. Es ist bei www.bookcrossing.com registriet, um seinen Weg verfolgen zu können.
Bitte nimm es an Dich, lies es, gib es weiter und/oder lass es wieder “frei”. Und bitte mache einen Eintrag in sein Internet-Journal, wenn Du möchtest.
“Nur” wenige Wochen habe ich gebraucht, um mich jetzt der Sache anzunehmen, und das Buch endlich wieder in die Freiheit zu entlassen.
Schaue grade ToS - “Die Reise nach Eden”, in der Spock und die Besatzung der Enterprise auf 6 Weltraum-Hippies trifft. Die Szene, in der Spock mit den Hippies auf seiner vulkanischen Harfe eine “Session” abhält, ist definitiv ein Glanzlicht aller Star Trek Serien.
Ich beschäftige mich grade mit Feuchtgebiete von Charlotte Roche. Das Buch löst naturgemäß eine ganze Menge Reaktionen aus, mich bringt es desöfteren zum Schmunzeln. Genau wie hier, aber hier ist es irgendwie anders:
Papa kommt um fünf und hat mir ein Buch über Nacktschnecken mitgebracht. Ich halte es für eine Anspielung auf mein Poloch, und frage nach. Er dachte, die interessieren mich, weil ich ihn mal etwas über sie gefragt habe. Das habe ich bestimmt gemacht, weil ich mit Papa nur über Ersatzthemen reden kann. Nicht über echte Gefühle und Probleme. Der hat das wohl nie gelernt. Deswegen rede ich mich ihm viel über Pflanzen, Tiere und Umweltverschmutzung. Auf gar keinen Fall fragt er, wie es meiner offensichtlich klaffenden Wunde geht.
Ach. So ist das also…
Ich mag das Buch. Und im Kopf gehe ich eine Liste von Menschen durch, denen ich das Buch schenken möchte.
Klar, wenn man nichts anderes hat… Zeigt eben nur, wo es auf Dauer lang geht. Da darf einen Tag später dann die Generation der “Internetausdrucker” (wie sie beim CCC so gerne genannt werden) auch das sehen, was sowieso schon jeder kannte.
In Deutschland nur schwer vorstellbar, aber die Amerikaner führen ihren Wahlkampf emotionaler als wir Europäer. Dort heißt es entweder Angst oder Hoffnung. Und - mal ganz abgesehen davon, dass ich Barack Obama mit seinen Argumenten für überlegen halte - ist “Hope” besser als “Fear”.
Es ist immer ein seltsames Gefühl, wenn man ein Buch beendet hat. Vor Allem, wenn man lange daran gelesen hat. Irgendwie bekomme ich dann immer das Gefühl, als sei ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen.
Man klappt den Buchrücken zu, blickt innerlich zurück und wird sentimental.
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