Ich hatte mich schon auf eine große Katastrophe eingestellt: KEIN INTERNET! Oh nein!
Um mich in Stimmung zu bringen hatte ich “South Park - Over Logging” angemacht, und wollte diesen Eintrag mit Google Gears verfassen.
War aber gar nicht nötig, denn die Internetpause seit 02:12 Uhr war um 12:02 Uhr ganz plötzlich beendet.
And so what have we learned thru this ordeal? The internet went away, and came back but for how long we do not know. We cannot take the internet for granted any longer. We as a country must stop over logging-on. We must use the internet only when we need it. Its easy for us to think we can just use up all the internet we want. But if we don’t treat the internet with THE RESPECT that it deserves, it could one day be gone forever. So let us learn to live with the internet, not for it. No more browsing for no apparent reason, no more mindlessly surfing on our laptops while watching television. And finally, we must learn to only use the internet for porn twice a day… MAX…
Randy Marsh - South Park - Over Logging
Yeah.
Hier noch eine Liste von Dingen die man tun kann, wenn man kein Internet hat:
- ein Buch lesen (bei mir war es Isaac Asimov: der Foundation Zyklus)
- lange ausschlafen
- ausführlich frühstücken
- “South Park - Over Logging” anschauen (eine weise Entscheidung, diese Folge vorrätig zu halten)
- Sich vom Mitbewohner fragen lassen, warum das Internet nicht geht, und das Gespräch dahin lenken, dass das eigentlich ja überhaupt nicht schlimm um nicht zu sagen scheiß egal ist.
Eine ganz überragende Erkenntnis. Wäre man vor 10 Jahren darauf gekommen, dass Computerspiele Hochkultur sind, dann wäre es noch so eben angemessen gewesen. Hätte man vor 20 Jahren Computerspiele zur Kultur erklärt, dann hätte man Hellsichtigkeit und ein Gespür für Kultur bewiesen.
Aber im Jahr 2008?
Aua. Und das dann auch noch durch Umsatzzahlen zu begründen, herzlichen Glückwunsch.
Mal ganz abgesehen davon, dass dieses Hochkulturgut immer noch nicht unzensiert zu haben ist. Das wäre so, als könnte man Goyas Nackte Maya in Deutschland nur mit schwarzen Balken bewundern. Na herzlichen Glückwunsch.
Noch Fragen? Für mich tendiert diese Einstellung in Richtung Geisteskrankheit, ohne Witz. Und zwar in Richtung einer Geisteskrankheit, die eine Zwangsverwahrung in einer Klinik notwendig macht.
Einfach mal so. Weil das Lied so schön ist, und weil es hilft, angesichts der politischen Lage in der Welt nicht zum Zyniker zu werden.
Brazil, where hearts were entertaining June
We stood beneath an amber moon
And softly whispered, “Someday soon”
We kissed and clung together
Then - tomorrow was another day
The morning found us miles away
With still a million things to say
And now, the twilight moves the skies above
Recalling thrills of our love
There’s one thing I’m certain of
Return, I will, to old Brazil
Brazil, where hearts were entertaining June
We stood beneath an amber moon
And softly whispered, “Someday soon”
We kissed and clung together
Then - tomorrow was another day
The morning found us miles away
With still a million things to say
And now when twilight moves the skies above
Recalling thrills of our love
There’s one thing I’m certain of
Return, I will, to old Brazil
Als ob Ein Fahrrad mit einem “Seifenblasen-Auspuff” noch nicht subversiv genug wäre, geht die Designidee “Power To The Pedal” geht noch einen Schritt weiter:
Mit den Seifenblasen werden Samen von Gräsern auf Die Straße aufgebracht, die dort austreiben und die Straßen der Städte begrünen.
The Bloom device is meant to be a subversive and inspirational tool for our concrete jungles. Similar to the tuft of a dandelion as the wind carries the seedling, we propose a way of dispersing seedlings with bubbles and bicycling. Seeds are co-mingled with a bubble mixture and upon pedaling to your destination , you release the floating seeds which land in cracks and crevices throughout the city streets. Over time, the seeds grow into flowers and plants to create a green “fringe” to our sidewalks and streets.
Was das Internet angeht da lebt Bayern noch im 20. Jahrhundert. Wenn das mal reicht. In der bayerischen Landesanstalt für Neue Medien hat man sich was ganz cleveres ausgedacht:
Wer für 500 Leute oder mehr “senden” will, muss eine Gebühr bezahlen .
Kostet ja nur zwischen 1.000 und 10.000 Euro.
Gibt es bei uns nicht dieses komische Recht, “seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten”? Hoffentlich klagt ganz schnell jemand gegen diese größenwahnsinnigen Regulierer, damit so was nicht Schule macht. Sonst schalten wir besser gleich um. Nach Peking.
lawblog.de
Das ist super. So kann man sich das Recht auf freie Meinungsäußerung auch aus dem Weg schaffen. Denn in einem bin ich mir sicher: dahinter steckt ein Plan.
Typisch Bayern.
Edit:
Jemand, der in Bayern lebt schickt mir diesen Link und sagt: “Ich muss schnell weg von hier.”
Wundert mich grade mal überhaupt nicht.
Euren Mist will keiner sehen, euch rennen die Zuschauer davon. Wohin? Zur DVD und ins Internet.
Wenn ihr denkt, dass ihr nur billigeren Mist produzieren müsst, um die Rendite zu erhöhen (”Die Leute werden das schon gucken”), dann habt ihr euch geschnitten. Ihr werdet schon sehen, wie ihr euren Laden an die Wand fahrt.
War ja klar. Ein Mullah ist Medienwächter. Wer wäre da auch qualifizierter für als jemand, der Theologie studiert hat?! Unfaßbar.
Dann faselt er da was von Pressefreiheit, aber…
Beim Begriff Freiheit hat der Medienwächter die damit einhergehende Verantwortung im Sinn.
Genau. Neusprech. Wir sagen “Freiheit” und meinen damit “Unterordnung”, “Gehorchen”, kurz: Duckmäusertum. Das Volk hat zu tun, was die Kirche sagt. Das hat uns durchs Mittelalter gebracht, warum sollten wir das nicht heute auch so machen? Aufklärung war nur ein vorübergehender Trend.
Mir fällt dabei noch am ehesten das hier ein, aus dem Spiel “Sid Meyers Alpha Centauri”, das ab dem Jahr 2100 spielt:
Ich war begeistert von dem Video. Tolles Video, toller Song, tolle Botschaft. Am Ende des Songs der Hinweis, dass man ihn kaufen könne.
*Klick* bin ich bei amazon.com
MP3 bei amazon kaufen? Für so wenig Dollar? Klingt fair, das mache ich mal.
Dann die Meldung.
Okay, dann nicht. Schade. Ich hätte auch gerne für den Song bezahlt. So aber…
… soll sich aber keiner wundern, wenn man mit Songs kein Geld mehr verdienen kann. Wenn man sie nicht einmal einkaufen darf.
Bookcrossing ist eine weltweite Bewegung zur kostenlosen Weitergabe von Büchern an Bekannte, in der Regel aber an unbekannte Personen. Über eine zentrale Datenbank auf der Website des Projekts kann dabei der Weg des Buches von allen vorherigen Besitzern verfolgt werden.
Zuerst dachte ich, jemand habe sein Buch verloren, weit gefehlt. Nach dem Aufschlagen konnte ich folgendes lesen:
Glückwunsch, lieber Finder!
Du hast ein buch der Aktion “Bücher finden in Biebertal” entdeckt. Es ist bei www.bookcrossing.com registriet, um seinen Weg verfolgen zu können.
Bitte nimm es an Dich, lies es, gib es weiter und/oder lass es wieder “frei”. Und bitte mache einen Eintrag in sein Internet-Journal, wenn Du möchtest.
“Nur” wenige Wochen habe ich gebraucht, um mich jetzt der Sache anzunehmen, und das Buch endlich wieder in die Freiheit zu entlassen.
Schaue grade ToS - “Die Reise nach Eden”, in der Spock und die Besatzung der Enterprise auf 6 Weltraum-Hippies trifft. Die Szene, in der Spock mit den Hippies auf seiner vulkanischen Harfe eine “Session” abhält, ist definitiv ein Glanzlicht aller Star Trek Serien.
Ich beschäftige mich grade mit Feuchtgebiete von Charlotte Roche. Das Buch löst naturgemäß eine ganze Menge Reaktionen aus, mich bringt es desöfteren zum Schmunzeln. Genau wie hier, aber hier ist es irgendwie anders:
Papa kommt um fünf und hat mir ein Buch über Nacktschnecken mitgebracht. Ich halte es für eine Anspielung auf mein Poloch, und frage nach. Er dachte, die interessieren mich, weil ich ihn mal etwas über sie gefragt habe. Das habe ich bestimmt gemacht, weil ich mit Papa nur über Ersatzthemen reden kann. Nicht über echte Gefühle und Probleme. Der hat das wohl nie gelernt. Deswegen rede ich mich ihm viel über Pflanzen, Tiere und Umweltverschmutzung. Auf gar keinen Fall fragt er, wie es meiner offensichtlich klaffenden Wunde geht.
Ach. So ist das also…
Ich mag das Buch. Und im Kopf gehe ich eine Liste von Menschen durch, denen ich das Buch schenken möchte.
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