Bitte Beachten:
die unten aufgeführten Informationen stammen aus dem Jahr 2005 und sind inzwischen möglicherweise nicht mehr aktuell.
Weitergehende Informationen sind zu finden
* In den Kommentaren zu diesem Eintrag
* In weiteren Blogeinträgen zum Thema Shortnews
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
NetReaper 15.02.2008
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Ich persönlich kenne shortnews schon ziemlich lange. Als sie mit dem Stern noch nichts am Hut hatten, und als die Firma dahinter noch shortnews.com GmbH hieß. Kennen gelernt hatte ich shortnews seinerzeit noch über das legendäre mp3hitz, das war noch zu Zeiten bevor es google gab. Zu den Zeiten gab es noch keine P2P Tauschbörsen, und MP3s bekam man über Geocities-Seiten. Zu der Zeit war auch das Shortnews-Design noch ein ganz anderes. Wer es nochmal sehen will, sollte sich mal shortnews.com anschauen, die englisch/amerikanische Variante von Shortnews, dort existiert das alte Design noch.
Rein technisch gesehen habe ich in den Foren von Shortnews.de meine Unschuld verloren. Man könnte vielleicht sagen, dass ich deswegen zu so einem Zyniker geworden bin
Dafür habe ich im Rückblick ehrlich zu danken, aber dazu später mehr.
Wie funktioniert Shortnews?
Zu einer Zeit wie damals Ender der 90er, als es noch keine Weblogs, keine RSS-Feeds, etc. gab, war es manchmal für einige Leute recht umständlich sich die News aus verschiedenen Quellen selbst herauszusuchen, um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Shortnews sollte diese Lücke mit folgender Idee schließen:
Man läßt die User die News schreiben und mit drei Mal 250 Zeichen zusammenfassen, und zwar unter der Angabe einer Quelle. Dabei sollte es natürlich keine Urheberrechtsverletzungen geben, also muss die News umformuliert werden. Dann gibt der User die Kategorie(n) plus Unterkategorien an, zu der die News gehört (z.B. “Politik” –> “Inland” –> “Kommunen”).
Anschließend schaut ein studentischer Mitarbeiter oder ein User mit Sonderrechten sich die News nochmal an, und “entläßt” sie in die “freie Wildbahn”. Gibt es etwas zu beanstanden, wird die Nachricht nochmal an den User zurückgeschickt für Korrekturen.
Der gewünschte Effekt: Lange, umschweifende News werden kurz zusammengefasst, und die Leser/Nutzer können sich die originale News anschauen. Hat der Nachrichtenschreiber seine Sache gut gemacht, oder ist die News interessant, dürfen gute Bewertungen verteilt werden, für inhaltliche Fehler und grauenhafte Rechtschreibung, darf man schlechte Bewertungen verteilen. Wie es beliebt.
Gute, beliebte News landen so irgendwann auf der Startseite. Der Verfasser erhält dadurch Punkte und bei genug Fleiß auch täglich begrenzte Bonuspunkte (sog. Shorties), die er später zu Preisen (Handykarten, T-Shirts, etc.) einlösen kann.
Die “Big Brother”-Effekt
Da durch Visits und Bewertungen News an die Spitze durchgereicht werden, kommt es zu einem “Big Brother”-Effekt. Da Sensationsmeldungen, Meldungen von Katastrophen, Unfällen, Kindermorden, etc. besonders viele Klicks einfahren, sieht auch dementsprechend die Qualität der News aus. Zu der Zeit, als die erste “Big Brother” Staffel besonders aktuell war, wurde Shortnews von formal korrekten aber total inhaltslosen “Big Brother” News überschwemmt.
Vereinfacht kann man sagen: da die redaktionelle Kontrolle (qualitativ) durch die User vorgenmmen wird, rauscht die Qualität dahin, wo der Pöbel sie führt: in den Keller.
Das Niveauproblem von shortnews ist strukturell bedingt, und ließe sich durch Kontrolle des Betreibers nur äußerst schwer in den Griff kriegen. Dies ist aber wohl gar nicht beabsichtigt, was deutlich wird wenn man sich die Zielgruppe der News und des Tickers anschaut. So ist der Ticker hauptsächlich auf Filesharingseiten, Foren und zweifelhaften “Hacker”-Seiten zu finden. Fand der Newsticker früher bei mp3hitz/charthitz seinen Einsatz, so sieht man ihn heute auf Seiten wie Goldesel, die - so teilten sie mir auf Anfrage mit - sogar Geld für den Einsatz des Newstickers erhalten.
Wahnvorstellungen, Hetze, Ausraster
Die Hetze in den Newsforen und teilweise sogar in den News ist ein echtes Problem bei shortnews. Offenbar scheint eine ganz bestimmte Sorte Troll sich von shortnews angezogen zu fühlen. Das merkt man auf der einen Seite an News, in denen es um Ausländer geht, aber auch bei typischen Reizthemen wie Kinderpornographie, Kindesmißbrauch und Massenmord. Also alles, was bei shortnews die Top-News darstellen. Der User, der das Glück hat, eine solche News quasi-exklusiv als Erster einzuliefern, darf sich freuen, wird er doch unter Garantie eine Menge Punkte erhalten.
Das, was in nicht wenigen Newsforen an gewaltverherrlichenden, perversen Kommentaren abgelassen wird, ist garantiert nicht für Kinder geeignet. Wenn es zum Beispiel um detaillierte Beschreibungen darum geht, wie der Penis eines Kinderschänders oder sogar nur Pädophilen “in Streifen” geschnitten, “gehächselt”, “ihm selbst zum Fraß” vorgeworfen werden soll (natürlich ohne Betäubung, Ehrensache), dann ist das kaum noch erträglich. Das alleine wäre noch lange nicht so schlimm, wenn die Administration von shortnews Beschwerden über solche Kommentare nicht geflissentlich ignorieren würde. Selbst auf Hinweise zu der entsprechenden Gewaltverherrlichung kommt die Maschinerie von shortnews nur langsam oder gar nicht in Gang. Statt dessen scheint die Administration Beschwerden eher als störend anzusehen, dementsprechend ist der Umgang auf solche Beschwerden.
Betrug am User und Unregelmäßigkeiten
Ein weiterer Grund, die Plattform kritisch zu sehen, sind Unregelmäßigkeiten bei der Ausschüttung der “Shorties”, also der erwirtschafteten Bonuspunkte, die für die User bares Geld wert waren. Während die meisten User ihre “Shorties” jeweils direkt z.B. in Handyguthaben einlösten, sparten einige ihre Shorties auf, um ihre Shorties später für eine Playstation oder etwas ähnliches einzulösen. Etwas “großes” eben.
Dummerweise entschied die Führungsriege von shortnews anders, in dem sie von einem Tag auf den anderen den Wert der Shorties halbierte. Inflation um 100%, die einlösbaren Preise kosteten auf einmal das doppelte.
Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, wurde kurz darauf bekannt, dass einer der Moderatoren davon im Vorfeld Wind bekommen hatte, und seine Shorties vor der Preisverdopplung noch zum alten Kurs einlöste. An der Börse nennt man sowas Insidergeschäfte.
Der User hatte das einfach so hinzunehmen, denn ihm gehörten die Preise ja noch nicht. Diejenigen, die ihre Shorties aufgespart hatten, schauten in die Röhre, sie hatten effektiv nur noch halb so viel in der Tasche.
Weitere GoNamic Projekte
Offenbar reichte das Projekt Shortnews.de nie zur Kostendeckung des Unternehmens aus, so dass vor dem Betrug um die Shortnews-Preise die Projekte Shortwin und Shortbooks gegründet wurden. Beide Projekte werden oftmals in Bewertungen als pure Abzocke dargestellt. Persönliche Erfahrungen mit den Projekten habe ich nicht, ich war nie dumm genug, dafür mein Geld rauszuwerfen.
Der letzte Schrei der GoNamic-Combo ist das Projekt UseNeXT, bei dem Peer-to-Peer Usern versprochen wird, dass sie ihre gewünschten Dateien rasend schnell herunterladen können, und das anonym dazu. Stimmt natürlich alles nicht, es handelt sich dabei um einen Service, um Binaries aus dem Usenet herunterzuladen. Etwas, was schon billiger und besser gesehen wurde.
Offiziell verweist das Impressum zwar auf eine “Aviteo Ltd.” aus München, die Geschäftsführer (besser: Directors) sind aber “O. Stangl” und “A. Mihalovits”. Namen, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit denen der shortnews-Geschäftsführer haben.
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