Archive for the 'Entertainment' Category

Genfer Konvention für Fiktion?

Darf man im Krieg Zivilisten erschießen? Darf man in einem “Konflikt” (das neue Wort für ‘Krieg’) foltern oder morden? Und wie steht es mit einem Gefangenen? Darf man die Menschenrechte eines Gefangenen mit Füßen treten, wenn man dadurch die Chance bekommt Tausende Menschenleben zu retten?

Leider werden die nötigen Diskurse kaum oder praktisch gar nicht geführt. Das, was in der Realität höchstens noch sauer aufstößt, wird in der Fiktion (Buch und Film) grade mal müde belächelt. Mit einer Ausnahme: bei Computerspielen müssen mal wieder völlig andere Regeln gelten.

Die ZEIT greift aktuell die Steilvorlage vom Actionspiel “Call of Duty – Modern Warfare 2″ auf: Gamer achten die Genfer Konvention nicht, so die Ansage. Eine Aussage, die – und das muss in aller Deutlichkeit gesagt werden – an Geisteskrankheit grenzt. Ein Verlust von jeglichem Realitätssinn.

Denn: Würde auch nur ein Buchautor sich vorwerfen lassen müssen, er würde die Genfer Konventionen nicht achten, wenn er in einem Kriegsdrama die innere Zerrissenheit des Protagonisten niederschreibt, der vielleicht Zivilisten in Gefahr bringt um Terroristen zu stoppen?

Nicht anders sieht es in Actionfilmen aus. Der Protagonist Jack Bauer darf in der Serie “24″, gespielt von Kiefer Sutherland, schon mal einem Strafgefangenen ermorden und den Kopf absägen, um sich bei einer Terroristengruppe glaubwürdig zu machen. An eine vergleichbare Debatte um Gewalthandlungen und die Genfer Konventionen aufgrund der Serie kann ich mich nicht erinnern.

Hier wird also wiederholt mit zweierlei Maß gemessen. Und die Leute, die normale Actionspiele zu “Killerspielen” adeln sind längst nicht mehr glaubwürdig, geben sich vor den Konsumenten der Unterhaltungssoftware der schlimmsten Lächerlichkeit preis.
Der Einwand der Interaktivität bei Computerspielen, der so oft vorgebracht wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als zahnloser Tiger. Das sagen wenigstens Wissenschaftler, die genau prüfen, wie die interaktive Gewalt in Computerspielen von Konsumenten wahrgenommen wird. Genau so ergeht es dem Argument, doch bitte ‘alternative Lösungsmöglichkeiten’ in Spiele einzubauen. Letztendlich ist das nur ein durchschaubarer Versuch, inhaltlichen Einfluß auf Computerspiele zu nehmen.

Mancher mag sich daran erinnern: Eine Zensur findet nicht statt.
Ein Spiel ist, wie es ist.

Aber vielleicht eine kleine Anregung: wenn in der Realität keine Verstöße der Genfer Konventionen mehr vorkommen, dann werden sie auch sehr viel seltener in Büchern und Filmen thematisiert werden. Und in Computerspielen.

Einen Grund dafür, warum die Szenarien in Spielen, Filmen und Büchern nicht genau so schonungslos sein sollten wie in der Realität, sehe ich nicht. Denn das wäre heuchlerisch.

P.S.: die ZEIT hat sich übrigens entschlossen, Kommentare für den Artikel nicht zuzulassen. Nicht, dass das überraschend kommen würde. Denn nur über wenige Themen wird von deutschen Redaktionen derartig viel Unsinn geschrieben. Und bei wenigen Themen ist Widerspruch so ungewollt wie hier.

The xx – Crystalised

Netter Hinweis von @Pinguwien: The xx – Crystalised
Der Sound gefällt. :-)

@netreaper was mich wundert: die sind 19, allesamt. ich hätte eher auf 30+ geschätzt. :) #thexx

Kuhl. Abwarten, was da noch kommt von denen. :)

“Scheiße Bernd, es reicht mir. Ich habe dieses Lotterleben satt”

Manch einer erinnert sich noch an den Amoklauf von Winnenden. Zu der Zeit erschien auf krautchan.net ein gefaktes Geständnis vom angeblichen Amokschützen vor der Tat:

www.ImageBanana.net - winnenden_fake_2.png

Erstaunlicherweise fiel die Polizei darauf rein, daraus entstand dieses legendäre Video:

Man kann sich vorstellen was für ein bebendes Lachen durch die Internetgemeinde ging. So weit, so gut.

Gestern jetzt, der Wasserbombenangriff auf Zensursula:

Beinahe folgerichtig folgender Thread heute:
www.ImageBanana.net - bHeulsusen_1251828484546.png

Ich muss sagen, ich habe leicht gelacht. :-)

“Gefährlichkeit” von Jugendkultur

Es scheint noch Vernunft bei SPON zu geben, im Artikel “Wie ein Fantasy-Spaß zum “Killerspiel” gemacht wurde” werden Parallelen gezogen zu “Counter Strike” sowie anderen FPS-Actionspielen und der Dungeons und Dragons Welle in den 70er und 80er Jahren.

Und natürlich wurde damals der selbe Scheiß über D&D erzählt wie heute über Shooter:

Vielen Beobachtern erschien der Argwohn gegen D&D plausibel. Waren diese Rollenspiele nicht äußerst gewalttätig? Erzogen sie die Kinder nicht dazu, in ihrer Phantasie zu foltern und zu plündern? Und war es nicht unweigerlich so, dass diese imaginären Gewalttaten in das normale Leben herüberschwappen mussten?
(…)
Da war zunächst Pat Pulling. “Ich bin bei Veranstaltungen von Kindern schon physisch attackiert worden. Sie wechseln plötzlich in ihren (Rollenspiel-)Charakter”, behauptete die Gründerin der Initiative Bothered About D&D (BADD). Pulling war überzeugt davon, dass der Selbstmord ihres, wie sie sagte, “absolut normalen” Sohns Irving durch einen “Fluch des Wahnsinns” ausgelöst worden war, den ein D&D-Spielleiter zuvor ausgesprochen haben soll.

Das muss ich mir merken. Bisher hatte ich immer den Vergleich zu “vertonten Bewegtbildern” gezogen:
Stell dir vor, du bist ein Cineast. Hast eine tolle Sammlung der besten Filme, darunter auch Krimis, Actionfilme und klassische Horrorfilme, die man als Filmliebhaber einfach haben muss. Und jetzt kommt ein Politiker an, der in seinem ganzen Leben noch keine “vertonten Bewegtbilder” zu Gesicht bekommen hat und erzählt, diese Filme seien alle schädlich, und würden aus normalen Menschen amoklaufende Monster machen.

Bei dem Vergleich sollte eigentlich jedem die gesamte Absurdität um die Diskussion der Computerspiele klar werden.

Sozialistische Weltrepublik

Realsatire! :-D

Post-IT Love

[via ennomane, twitter]

Meine Wenigkeit als Vulkanier

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CSU – Neuer Anlauf gegen Computerspiele – eine Selbstdemontage

Computerspiele sind schlecht, Computerspiele sind das Übel, von Computerspielen geht Gefährdung aus. So das scheinbare Crédo der CSU zum Thema. Jetzt kommen die christlich-sozialen (*hust*) mit einem neuen Vorstoß, WoW solle gar verboten werden titelten Boulevardblätter. Auf jeden Fall solle die Altersfreigabe erhöht werden. Diese Idee kommt von der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer.

Nach Angaben der Spielezeitschrift Gamestar brachte sie auf der Kabinettssitzung am 28. April 2009 den Vorschlag ein, die Kriterien überprüfen zu lassen, nach denen die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ihre Altersfreigabe für Computerspiele erteilt. Die neuen Kriterien sollen nach Haderthauers Wunsch noch strenger als die aktuellen werden.

(gulli.com)

Von dem Spiel World of Warcraft gehe große Suchtgefahr aus, und daher sei es nicht für Kinder geeignet:

Im Falle von WoW würde sie (was allerdings nach der aktuellen Rechtslage nicht möglich ist) gerne die aktuell geltende Altersfreigabe ab 12 Jahren zurücknehmen, da sie bei dem Spiel eine “massive Suchtgefahr” sieht.

Das Verhalten der CSU zum Thema kann man sich dabei in Ruhe und leicht belustigt ansehen. Eine perfektere Selbstdemontage als es die CSU hier macht kann man gar nicht betreiben. Auswirkungen wird es nur wenige bis gar keine haben bis dass der CSU die Wähler weglaufen. Nach dem Motto: “Was wollt ihr? Mir die Computerspiele verbieten?”

Wie verzweifelt man bei der CSU inzwischen ist, zeigt auch die Wahl der Begrifflichkeiten, Neusprech at it’s zweitbest. Actionspiele (analog zu Actionfilmen) als solche zu benennen war für die CSU ja noch nie drin, man sprach direkt von “Killerspielen”. Klar, das klingt gefährlicher. Aber weil das auf Dauer auch zu “normal” wurde und sich einbürgerte, wurde neuerdings der Begriff “Tötungstrainingssoftware” gewählt. Das zeigt nur, wie verzweifelt diese Menschen sind und wie sehr entrückt sie der Realität bereits sind. Wer auf wissenschaftlicher Ebene argumentieren kann, verwendet keine Propagandabegriffe, denn mit denen bekommt man auf Dauer immer Schwierigkeiten.

Also Leute: zurücklehnen und genießen. Es geht um Leute die nicht wissen was Computerspiele sind und noch nie welche gespielt haben. Und das endet auf Dauer mit surrealen Interviews und Statements mit Satirequalität. Vergleichbar ist das mit Leuten die einem Cineasten etwas über die Filmwissenschaft erzählen wollen, obwohl sie noch nie einen Spielfilm gesehen haben.

Und wie das ausgeht, kann sich jeder vorstellen. 1a Spitzensatire. Die Schönheit dieser Absurdität zu erkennen dürfte nicht so schwer sein. ;-)

Offiziell aus Bayern: “Kinderpornografie gar nicht so schlimm”

Wie bitte? Ja, auch ich musste mir verwundert die Augen reiben, als ich in den vergangenen Tagen eine Pressemeldung aus dem bayerischen Innenministerium gelesen habe. Dort ist man nämlich der Meinung, dass Kinderpornos in etwa auf der gleichen Stufe stehen wie bestimmte frei/legal erhältliche Unterhaltungsmedien für Erwachsene.

Immer noch nicht zu glauben? Hier steht es schwarz auf weiß:

Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.

Ja, und das meint der Innenminister Joachim Herrmann (CSU, was sonst) ernst!

Eine besondere Stilblüte in dem Zusammenhang: Actionspiele, neudeutsch “Killerspiele”, neuestdeutsch: “Tötungstrainingssoftware” hält man für widersprüchlich mit dem Wertekonsens, aber Tötungstraining (Bundeswehr) ganz offensichtlich nicht. Was schließt man daraus? Es ist die Softwarekomponente, die das ganze so böse macht.

Atheisten Buskampagne auch in Deutschland mit tollem Start

Die aus Großbritannien bekannte “Atheis Bus Campaign” kommt nun auch nach Deutschland, und zwar unter dem Namen “Buskampagne“.

Der Start ist sensationell gut. Seit dem 09.03. läuft die Spendensammlung, und bis jetzt (11.03.) sind über 50% der angepeilten Spendensumme erreicht worden. Angesetzt war ein Spendenzeitraum von 2 Monaten. :-D

Weitere Details auf der Spendensammelseite Helpedia.de für die Buskampagne.

Hier der Vorschlag, der mir am Besten gefällt: