So, ich hab mir die Gedanken zu Israel/Iran mal von der Seele getippt…

So, ich hab mir die Gedanken zu Israel/Iran mal von der Seele getippt, Anlass war das eigenartige Gedicht von Günter Grass.

Dass ich letztendlich nur über Israel schreibe liegt wohl daran, dass es meiner Meinung nach das deutsche Verhältnis zu Israel ist, das gestört ist.

Man stelle sich das mal vor: Unser Land behauptet der Freund Israels zu
sein – wie verhält sich ein _guter_ Freund, wenn er drauf und dran ist
sich in eine Schlägerei zu werfen? Drückt man ihm ein Messer in die Hand?

Echten Freunden gibt man keine Waffen. Und verkaufen schon zweimal
nicht. (Hagen Rether in Bezug auf Israel)

Die Menschen, die dort in den Krieg ziehen wollen – sie sind von der
blanken Angst angetrieben. Hass ist nur ein Symptom von Angst.

Es gehört Mut, Courage, Rückgrat und Kühnheit dazu zu sagen:
„Nein, wir wollen euer Land nicht angreifen. Und wenn eure Führung sagt,
unser Land solle von der Landkarte verschwinden, dann werden wir euch
erst Recht nicht angreifen.“

Und von unserer Regierung und unserer Gesellschaft ist es eine
luschenhafte Feigheit, sich hinter die Leute in Israel zu stellen, die
in den Krieg ziehen wollen, weil ihnen für den Frieden die Phantasie und
die Beherztheit fehlt.

Was ich von unserer Gesellschaft erwarte ist ein Signal.
Und zwar ein Signal was da lautet:
——
Liebe Israelis, wir stehen hinter euch. Auch wenn schwere Zeiten kommen
mögen. Und wir sind bereit für den Erhalt eures Landes zu kämpfen. Mit
Gewalt, wenn es sein muss.

Wenn ihr aber von euch aus in den Krieg zieht, dann liebe Israelis, muss
euch klar sein, dass ihr sehr bald alleine dasteht. Wir wissen aus
eigener Erfahrung um wie vieles besser Frieden als Krieg ist.

Wenn ihr in Richtung Frieden gehen wollt, werden wir immer bei euch sein.
Wenn ihr in Richtung Krieg gehen wollt, dann geht mit eurem Gott, aber
geht… in den selbstgewählten Untergang.

Und: Die von euch, die nicht mit in den Krieg gehen wollen, werden bei
uns stets herzlich willkommen sein.
——

Also: Die Millionen Euro für UBoote können wir uns sparen. Vor Allem:
wir können sie Israel ersparen. Unsere Regierung sollte die israelische
Friedensbewegungen direkt mit Geld unterstützen.

2 Gedanken zu „So, ich hab mir die Gedanken zu Israel/Iran mal von der Seele getippt…“

  1. Ich verstehe die Argumentation nicht, weil ich nicht verstehe, was es an Irans Aggressionspotential zu deuteln gibt. Nur von vorneherein: Ich habe großen Respekt vor der iranischen Bevölkerung, die sich in Demonstrationen, Revolutionsversuchen und einer wunderbaren Kultur zeigt. Ich habe kein Verständnis für die iranische Politik, die sich zum Vorreiter eines arabischen Antisemitismus gemacht hat und, bitte jetzt nicht „Übersetzungsfehler“ schreien, die Vernichtung jüdischer Existenz im Nahen Osten zum Ziel hat. Wenn Israel öffentlich einen Krieg plant, dann hat das in erster Linie mit Abschreckung zu tun und in zweiter Linie mit (hoffentlich) präzisen, militärisch begründeten Operationen. Guck mal, wie sie es im Irak gemacht haben. Wenn Iran (also, die politische Führung des Iran) die Bombe will und auch rhetorisch einen Krieg vorbereitet, hat das nicht mit Abschreckung zu tun, sondern mit „A World without Zionism“. Das ist der Unterschied. Und gerade bei U-Booten, auf die sich ja dieser Text bezieht, ist völlig klar, dass die nicht zum Abschuss einer einzigen Rakete gedacht sind. U-Boote sind ein rein strategisches Mittel. Um es zynisch auszudrücken: Teheran ist mit Flugzeugen oder Boden-Boden-Waffen deutlich effektiver zum bombardieren als mit U-Booten. Die sind nur dafür da einem anderen Land zu zeigen: Selbst wenn du uns vollständig plattmachst, haben wir noch Boote, die danach dich plattmachen. Also lass es bitte.

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