Monthly Archive for Januar, 2009

Kein Uran für mich.

Da wollte ich grade folgenden Artikel bei Amazon.com bestellen (Screenshot):

und bekomme diese Fehlermeldung:

*** We’re sorry. This item can’t be shipped to your selected destination. You may either change the shipping address or delete the item from your order by changing its quantity to 0 and clicking the update button below. ( See geographical restrictions.) ***

Ach schade. Ich hätte gerne etwas davon bei mir zuhause gehabt. ;-)

Update:
Wer eine vergleichbare Uranquelle für mich hat, kann sich gerne bei mir melden. Bitte nur Angebote inkl. Versandkosten und so einem schickem Döschen wie auf dem Bild.

Das “Terrorcamp-Gesetz” – ein Klick zum Terroristen

Heribert Prantl von der SZ erklärt uns das sogenannte “Terrorcamp-Gesetz”.

Der wichtigste Punkt ist wahrscheinlich:

Der Bundestag hat in erster Lesung ein Gesetz verhandelt, das nicht mehr zur Bestrafung, sondern nur zur Verfolgung taugt, ja nur diese bezweckt: Der Gesetzgeber weiß, dass es zu einer Bestrafung der angeblich gefährlichen Person nach dem neuen Gesetz nicht kommen wird; aber das ist ihm ziemlich egal.

Die Hauptsache ist, dass der Staat ermitteln, belauschen und Computer durchsuchen darf. Die Straftat wird quasi fingiert, weil man sie braucht, um massiv in die Grundrechte des Beschuldigten eingreifen zu können.

Es ähnelt in der Hinsicht also dem §129a, mit dem Unterschied, dass hier nicht gegen Gruppen sondern gegen Einzelpersonen ermittelt wird. Und plötzlich kann ein Jeder gefährlich wirken und somit zum Ziel des staatlichen Überwachungsirrsinns werden.

Weises und Wahres: IT-Projekte.

http://blog.fefe.de/?ts=b77d98fc

Profis erkennt man daran, dass sie Komplexität minimieren. Kleine Module, völlige Trennung der Module, minimale (in Anzahl und Größe) Interfaces. Pfuscher erkennt man daran, dass sie Visio starten müssen, um ihr Projekt zu planen.

Lasse ich mal unkommentiert. :)

Bilanz aus 8 Jahren Bush

Hagen Rether zieht Bilanz aus 8 Jahren Bush.

Ich weiß. Alles schon ein paar Tage alt (einen Monat um genau zu sein), aber schaut es euch einfach an. Es schnürt einem den Hals zu, vor Allem gegen Ende.

Ohje: Politiker _lassen_ twittern!

Großer Skandal unter den Twitter-Usern: jetzt ist rausgekommen, dass der naive Aussenseiter Thorsten Schäfer-Gümbel gar nicht selbst twittert, sondern twittern lässt.

Details bei netzpolitik.org: Wenn Politiker mit Ghostwriter twittern…?

Jetzt mal ganz ehrlich: wer ist so brüllend naiv zu glauben, dass TSG das tatsächlich alles selbst gemacht hat? Ich bitte euch, get real!

Wenn er etwas twittern will, dann meldet er das entweder selbst seinen PR-Leuten, oder die schlagen ihm vor *diesunddas* könnte man doch mal twittern.
TSG nickt ab, dann wird der Tweet gebaut.

Oh, ich habe noch eine erschreckende(!) Nachricht für alle Leser: Angeblich lassen Politiker sich sogar bei ihren Reden helfen! Eine ganze Industrie von Ghostwritern gibt es da!

Skandal!
Alles Lügner!

Bevor ich mich weiter reinsteigere: wer in Hessen einen Lügner sehen will, der soll sich den neuen Ministerpräsidenten anschauen. Und: Ghostwriting ist garantiert nicht mit einer Lüge gleichzusetzen.

Wo stehen sie, die (blockierten) Kinderpornoserver?

Filter gegen Kinderpornoseiten, so möchte man uns weiß machen, braucht es, weil diese Server physikalisch in Ländern stehen, “an die man nicht herankommt”. Scusi hat sich die Mühe gemacht das zu analysieren, und die Filterlisten unserer Nachbarländer auseinandergenommen. Und siehe da – Überraschung – das stimmt gar nicht!

Die meisten Kinderpornoserver (global gesehen) stehen in:
USA: 3947, Australien: 423, Niederlande: 333, Deutschland: 321, Korea: 95, Kanada: 88

So. Und jetzt soll mir Frau von der Leyen nochmal sagen, dass wir unbedingt einen Internetfilter für alle brauchen, weil es unschaffbar ist, Server in Korea zu kicken. Oder im Nachbarland Niederlande. Dass die ja alle nicht kooperieren würden. Oder dass da Kinderpornographie nicht verboten wäre.

Ach und noch etwas: in Regionen in denen man vielleicht als naiver Mensch erwarten könnte, dass die Kooperation etwas schwerer wird sieht die Lage so aus:
Südamerika: 0, Afrika: 0, Naher Osten: 3. (Alle Israel)

Klar, ich würde meine Server auch in Ländern mit gescheiter Anbindung hosten, nicht irgendwo am Ende der Welt.

“Deeskalation” auf Aachener Art

Eine interessante Taktik fährt die Aachener Polizei in Bezug auf “Deeskalation”. Da fährt ein Fahrradfahrer über rot, und der Mann muss von 9 Leuten festgenommen werden:

Der am Boden liegende Mann sei von einem Polizisten in einen «Catchergriff» genommen worden, eine Beamtin habe sich ihm auf den Fuß gestellt, eine «City-Service»-Kraft ihm derweil «ein Bein verdreht». Schließlich sei der Festgenommene in Handschellen abtransportiert worden.

Der Mann habe dabei «vor Schmerzen laut geschrien», die umstehenden Passanten sein «entsetzt und fassungslos» gewesen, so der Zeuge: «Von der viel zitierten Deeskalationsmethode war bei dieser Aktion nichts zu spüren.»

Wie bitte? Jemand hier, der Angst vor der Polizei hat? Aber warum das denn, die sind doch unsere Freunde und Helfer! Zum Glück (für die Freunde und Helfer) wird es sich schon irgendwie erklären lassen, wenn der Mann ein Schwarzer oder Türke war, na ein Nicht-Deutscher eben. Business as usual

Auch deutsche Atheisten bekennen Farbe. Endlich.

Ich habe in den letzten Tagen nur darauf gewartet, dass das massenhafte Bekenntnis zum Atheismus auch nach Deutschland überschwappt. Berichtet hatte zuerst SPIEGEL ONLINE über die Werbung auf Londoner Stadtbussen:

Da wollte sich Jörg Kantel, der Schockwellenreiter nicht lumpen lassen und gründete eine ähnliche Kampagne.

Obwohl ich Christ bin muss ich sagen: endlich.
Denn wie die Atheisten in diesem Land behandelt werden im Vergleich zu den Gläubigen ist nicht zu ertragen. Dazu muss man sagen: die Zahl der Nichtgläubigen im Land steigt an, und irgendwann wird sich der Staat nicht länger zugunsten der Kirchenmitglieder verbiegen können.

Die Kampagne wird auf jeden Fall noch sehr interessant werden, denn ihr Anliegen ist unterstützenswert.

Erkenntnis des Tages: der Staat bezahlt die Kirchen.

Das muntere Kirchen-Bashing im heise-Forum bringt für mich (unter Anderem) folgende Erkenntnis zu Tage:

Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04)

Und selbst wenn Du ausgetreten bist, zahlst Du immer noch …

Da die Kirchensteuer als Sonderausgabe steuerlich absetzbar ist zahlt der Staat 40% der Kirchensteuer (ca. 4 Mrd) aus allgemeinen Mitteln. Zusätzlich zahlt der Staat noch ca. 9 Milliarden pro Jahr an die Kirchen, ebenfalls aus allgemeinen Steuern. Gehälter vom Bischof aufwärts läßt sich die Kirche gleich vom Staat bezahlen, ebenso wie viele Religionslehrer, Militär-Seelsorger, theologischen Hochschulen, … Jeder Atheist, jeder Jude, jeder Moslem bezahlt also in Deutschland die Kirchen. Und die katholische überweist von dem Geld auch noch fleissig an den Vatikan. Für soziale Zwecke geben die Kirchen dagegen nur ca. 10-15% ihrer Einnahmen aus.

Die wichtigsten Infos habe ich mal markiert.

“Das Ende der Privatheit” und ihre Chancen

Christian Heller philosophiert in der iX über das “Ende der Privatheit” und dessen positive(!) Folgen für die Menschen der Zukunft. Die Privatsphäre, so seine These, kann nicht nur Basis der Freiheit, sondern auch Basis vieler Unfreiheiten sein.

Das unterschätzt die hemmende, potenziell erstickende Isolation des Privaten. Unter ihrer Decke vollziehen sich zum Beispiel häusliche Gewalt und Kindererziehung zu repressiven Werten. Ebenso kann Privatheit ein Verlies sein, in das eine intolerante Gesellschaft Andersartiges sperrt, und zugleich ein Ventil, damit sie nicht toleranter werden muss.

Ein interessanter Gedanke, denn sie existiert, die andere Seite der Medaille. Dies beantwortet eine Frage, die für mich schon lange im Raum steht, und die mir viele Menschen stellen: warum ich denn, wo ich mich für Datenschutz so stark mache, selbst ein Blog betreibe in dem Privates über mich zu lesen ist. Genau dies ist die Antwort.

Abschließend eine Warnung: Freiheit lässt sich in einer Informationsgesellschaft eher durch Offenheit als durch Privatheit voranbringen. Orwells „1984“ schilderte eine absolut unfreie Gesellschaft ohne Privatheit, aber auch ohne Offenheit: Der Informationsfluss war einseitig. Freiheit ohne Privatheit lässt sich nur dort denken, wo alle alles über alle wissen.

Nur wer nichts mehr zu verlieren hat, hat die Freiheit alles zu tun. Das gilt im Negativen wie auch im Positiven. Noch scheue ich davor zurück, diesen Schritt so konsequent zu tun wie andere, die ihr Leben, ihre Gefühle und Trivialitäten z.B. via Twitter aufzeichnen.

Christian Heller (…) hielt auf dem 25. Kongress des Chaos Computer Clubs einen Vortrag zum Thema „Post privacy“.

Gleich mal Bittorrent anwerfen, da gibt es am Sonntag was zu tun. :)