Monthly Archive for August, 2008

Jugend ohne Charakter

DIE ZEIT schreibt über eine “Jugend ohne Charakter”. In gewisser Weise nicht unrichtig. Beinahe erdreistet man sich zu fragen: “Hey, wir sind eben nicht aufmüpfig, und ihr seid immer noch nicht zufrieden?”

Aber sehen wir der Sache ins Auge: die heutige Gesellschaft ist die Gesellschaft der Alten. Und zwar immer mehr und mehr. Diese Typen definieren, was richtig ist und was falsch. Und die aufmüpfigen 68er (heute Redakteure bei der ZEIT) waren sowieso besser als die heutige Jugend.

Was man bei der ZEIT nicht sieht: die Jugend ist zahlenmäßig unterlegen für einen frontalen Aufstand gegen eine starre, alte Gesellschaft. Natürlich gibt es immer weniger “Junge”, die im klassischen Sinne “aufbegehren”, das ist sogar richtig. Aber es gibt sie, die Idealisten, die Leute die gegenorganisieren. Nur hat man gelernt sich so zu organisieren, dass man von Außen nicht durchleuchtet werden kann, Internet sei dank.

Das Problem ist: welcher ZEIT Redakteur liest denn regelmäßig Blogs oder hat sogar einen RSS-Reader? Ebent.

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Polizei, Pessimismus und Internetzensur

Um mal ganz ehrlich zu sein: ich bin schon eine ganze Weile kein Pessimist mehr. Folgende Dinge lassen mich aber glauben, dass es bergab geht.

Achtung, der folgende Text könnte “triggern”.

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“Mein Internet geht nicht!!!!!!1111einself”

Ich hatte mich schon auf eine große Katastrophe eingestellt: KEIN INTERNET! Oh nein! :-D

Um mich in Stimmung zu bringen hatte ich “South Park – Over Logging” angemacht, und wollte diesen Eintrag mit Google Gears verfassen.

War aber gar nicht nötig, denn die Internetpause seit 02:12 Uhr war um 12:02 Uhr ganz plötzlich beendet. :-)

And so what have we learned thru this ordeal? The internet went away, and came back but for how long we do not know. We cannot take the internet for granted any longer. We as a country must stop over logging-on. We must use the internet only when we need it. Its easy for us to think we can just use up all the internet we want. But if we don’t treat the internet with THE RESPECT that it deserves, it could one day be gone forever. So let us learn to live with the internet, not for it. No more browsing for no apparent reason, no more mindlessly surfing on our laptops while watching television. And finally, we must learn to only use the internet for porn twice a day… MAX…

Randy Marsh – South Park – Over Logging

Yeah. ;-)

Hier noch eine Liste von Dingen die man tun kann, wenn man kein Internet hat:

  • - ein Buch lesen (bei mir war es Isaac Asimov: der Foundation Zyklus)
  • - lange ausschlafen
  • - ausführlich frühstücken
  • - “South Park – Over Logging” anschauen (eine weise Entscheidung, diese Folge vorrätig zu halten)
  • - Sich vom Mitbewohner fragen lassen, warum das Internet nicht geht, und das Gespräch dahin lenken, dass das eigentlich ja überhaupt nicht schlimm um nicht zu sagen scheiß egal ist.

Die tollsten Menschen der Welt: Männer

Das Video war einfach zu toll, um es zu ignorieren. :-)

Alternativer Medaillenspiegel

Mir hängt der offizielle Medaillenspiegel (Screenshot) zum Hals raus.

Hier kommt der Sieger der Olympischen Spiele 2008:

85 GOLD

97 SILBER

88 BRONZE

Kaukasus + McCain + Obama

Der Kaukasus-Konflikt hat Auswirkungen auf den US-Präsidentenwahlkampf: McCain legt gegenüber Obama zu, und zwar kräftig. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Grüne: Datenschutz ins Grundgesetz

Offenbar fordern die Grünen (namentlich Renate Künast) die Verankerung des Datenschutzes im Grundgesetz. Sollten die am Ende doch noch wählbar sein?

Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung.

Veröffentlichung von eMails

Die Frage der rechtlichen Zulässigkeit bei der Veröffentlichung von Emails ist für mich persönlich eine sehr interessante. Schließlich gibt es mein Blog in dieser Form, weil es mit meinem früheren Bloganbieter zu Differenzen kam.

Bei rechtzweinull.de liest sich das so:

Zur Unzulässigkeit einer konkreten Veröffentlichung einer E-Mail kam vor kurzem auch das Landgericht Köln (Urteil vom 28.05.2008 – AZ: 28 O 157/08) in dem festgestellt wurde, dass die Veröffentlichung von E-Mails grundsätzlich das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Absenders bzw. der darin genannten Personen verletzt. Eine Veröffentlichung soll nur dann ausnahmsweise erlaubt sein, wenn ein sachlicher Grund besteht. In diesem Zusammenhang ist eine umfassende Güter- und Interessenabwägung vorzunehmen.
(…)
Die Veröffentlichung von E-Mails mit privatem Inhalt ist in aller Regel unzulässig. Die Veröffentlichung von E-Mails mit geschäftlichen Inhalten ist nur zulässig, wenn ein überragendes Informationsinteresse der Allgemeinheit das Persönlichkeitsrecht des Absenders bzw. dessen Geheimhaltungsinteresse überwiegt.

Ich hatte es damals so gehandhabt, dass ich die Email Korrespondenz mit dem Bloganbieter veröffentlicht hatte, um meinen Lesern zu verdeutlichen, wie es zu einer Zensur in meinem blog kommen konnte. In meinen Augen ein überragendes Informationsinteresse.

[via robert basic]

Update:
Im Rahmen dieser “Die Welt ist eine Google”-Sache (*gähn*) wird die ganze Sache nochmals beleuchtet. Sehr schön wird das Thema hier entlarvt.

Oh nein! Hab ich mich jetzt strafbar gemacht?

§ 202c
Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten

(1) Wer eine Straftat nach § 202a oder § 202b vorbereitet, indem er
1. Passwörter oder sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten (§ 202a Abs. 2) ermöglichen, oder
2. Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist,

herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Quelle: dejure.org

Gut. Was ich getan habe ist mir eine Passwortliste zu verschaffen sowie diese zu verbreiten. Diese Passwortliste enthält eine Liste aller in Deutschland verwendeten EC-Karten PINs.

Na dann warte ich mal, bis die Polizei aufschlägt. §202c StGB ist nämlich ein Offizialdelikt, d.h. der Staatsanwaltschaft muss in jedem Fall aktiv werden, und nicht nur auf Antrag.

Oh Super, endlich sind Computerspiele Kultur

Na wer hätte sowas gedacht: endlich sind Computerspiele Kultur. Der Bundesverand der Computerspieleentwickler ist in den Deutschen Kulturrat aufgenommen worden.

Eine ganz überragende Erkenntnis. Wäre man vor 10 Jahren darauf gekommen, dass Computerspiele Hochkultur sind, dann wäre es noch so eben angemessen gewesen. Hätte man vor 20 Jahren Computerspiele zur Kultur erklärt, dann hätte man Hellsichtigkeit und ein Gespür für Kultur bewiesen.
Aber im Jahr 2008?

Aua. Und das dann auch noch durch Umsatzzahlen zu begründen, herzlichen Glückwunsch.

Mal ganz abgesehen davon, dass dieses Hochkulturgut immer noch nicht unzensiert zu haben ist. Das wäre so, als könnte man Goyas Nackte Maya in Deutschland nur mit schwarzen Balken bewundern. Na herzlichen Glückwunsch.