Petition gegen Nacktscanner

“A Good Start is Saying NO!”, meint auch twitgeridoo zum Thema Nacktscanner.

Nach der “flesh”mob Aktion der Piratenpartei an drei großen deutschen Flughäfen (“Ihr braucht nicht zu scannen, wir sind schon nackt”) gibt es nun auch eine Petition vor dem Deutschen Bundestag. Nach dem ersten Tag waren es bereits 4.000 Unterzeichner. Ein guter Start, das Thema scheint den Menschen zum Glück wichtig zu sein.

Datenschutz – Keine Zulassung von Ganzkörper-Scannern
Der Deutsche Bundestag möge sich dafür aussprechen keine Ganzkörperscanner (auch Nacktscanner genannt) an deutschen Flughäfen zuzulassen.
Begründung:
Der Einsatz von Nacktscanner ist ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Flugreisenden und ein Angriff auf die Menschenwürde die durch Artikel 1 des Grundgesetzes besonders geschützt ist.

Mitzeichnungsfrist: 23.02.2010
(Bis dahin sollten mindestens 50.000 erreicht sein!)

Hauptpetent: Norbert Hense

Update:
Wie Felix von Leitner anmerkt, können die Nacktscanner entsprechende Aufnahmen nicht nur speichern, sondern auch verschicken. Wundert mich irgendwie gar nicht.

Könnte man eigentlich eine Demonstration _in_ einem Flughafen anmelden um dort Unterschriften für die Petition zu sammeln?

Willkommen 2010

Nach längerer Blog-Faulheit hier der ultimative Aufbruchsslogan, gefunden bei Kill More People:

Willkommen in 2010, das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen

Nach allem, was ich bisher abschätzen kann wird 2010 ein sehr interessantes Jahr. :)
Und interessant geht es auf alle Fälle los. Auf meiner ToDo Liste für KW1 stehen die Top-Beiträge vom 26C3 (Downloadseite).

Testosteron macht nicht aggressiv, sondern sozial und gerecht

Achtung, liebe Damen und Herren: Testosteron macht nicht aggressiv, sondern sozial und gerecht. Jetzt frag ich mich, wie das in das Weltbild der Aggressiv-Feministinnen passt. Zu wenig Testosteron bekommen? ;-)

Aber ernsthaft: die teilweise schon Dämonisierung des Hormons Testosteron war Bestandteil des Sexismus, den sich Männer in den vergangenen Jahrzehnten ausgesetzt sahen. Einfach mal ein bisschen googlen, das bringt tolle Erkenntnisse zu Tage.

Links 11.12.2009

Links 09.12.2009

Die große Schwester namens ELENA

So langsam wird erst klar, wie abgefuckt dieses ELENA tatsächlich ist. Nicht nur, dass bei ELENA erfasst und an den Staat weitergeleitet wird, wer wie viel verdient. Die ganze Sache geht noch sehr viel weiter, berichtet netzpolitik.org:

Demnach wird ab dem 1. Januar 2010 aufgezeichnet, wer an einem Streik teilgenommen hat. Zudem werden Informationen darüber erfasst, ob rechtmäßig oder wild gestreikt wurde oder Beschäftigte vom Arbeitgeber ausgesperrt wurden. Außerdem sollen Arbeitgeber über Abmahnungen und Kündigungsgründe Auskunft geben, ohne dass die Betroffenen sich dazu äußern können.

Nett, oder? Über 40 Seiten(!) lang ist die Auflistung der Daten, die dabei erhoben werden sollen. Aber “selbstverständlich” sind die Daten dabei “bestens” geschützt. Soll heißen: Datenschutzverstöße wie zuletzt bei der Bundesagentur für Arbeit sind also nur eine Frage der Zeit.

Eigentlich hieß es mal, Datenvermeidung sei die erste Regel beim Datenschutz, und nicht Datengier.

Was macht man als aktueller Friedensnobelpreisträger?

Was macht man als aktueller Friedensnobelpreisträger?
Na klar, man haut so richtig auf die Kacke:

30.000 zusätzliche Soldaten, mehr Hilfe von den Verbündeten und mehr Verantwortung für Kabul – US-Präsident Obama hat seine Strategie für Afghanistan vorgelegt. Gleichzeitig machte er klar: Die Lage am Hindukusch ist prekär, das Land falle in seiner Entwicklung zurück.

Na klar, so stelle ich mir doch einen Friedensnobelpreisträger vor! Noch mehr Tod, noch mehr Gewalt, und noch viel viel mehr Soldaten!

Links 29.11.2009

* Wikileaks – das demokratischste Medium des Internet? (netzpolitik.org)
* Guardians wichtigster Song der 00ers: Mashup „A Stroke of Genius“ (nerdcore.de)
* Star Trek 2009 is the A-Team (nerdcore.de)
* Bundespräsident will Zugangserschwerungsgesetz überprüfen (heise.de)
* Bundesrat fürchtet bei Bankdatenexport Wirtschaftsspionage (spiegel.de)
* Gamer achten die Genfer Konvention nicht (zeit.de)
* Wer finanziert die Jesus GmbH? (jungle-world.com)
* Wie man Ministerin wird (sprengsatz.de)
Hintergründe zur Berufung von Kristina Köhler zur Ministerin
* gulli erstattet Strafanzeige gegen Kanzlei Kornmeier (gulli.com)
* Nearer My Atheism to Thee: How to Respond to Theists (richarddawkins.net)
* Vom Veröden und Verblöden (Telepolis)
Warum Armut der freien Intellektuellen zu intellektueller Armut führt

Genfer Konvention für Fiktion?

Darf man im Krieg Zivilisten erschießen? Darf man in einem “Konflikt” (das neue Wort für ‘Krieg’) foltern oder morden? Und wie steht es mit einem Gefangenen? Darf man die Menschenrechte eines Gefangenen mit Füßen treten, wenn man dadurch die Chance bekommt Tausende Menschenleben zu retten?

Leider werden die nötigen Diskurse kaum oder praktisch gar nicht geführt. Das, was in der Realität höchstens noch sauer aufstößt, wird in der Fiktion (Buch und Film) grade mal müde belächelt. Mit einer Ausnahme: bei Computerspielen müssen mal wieder völlig andere Regeln gelten.

Die ZEIT greift aktuell die Steilvorlage vom Actionspiel “Call of Duty – Modern Warfare 2″ auf: Gamer achten die Genfer Konvention nicht, so die Ansage. Eine Aussage, die – und das muss in aller Deutlichkeit gesagt werden – an Geisteskrankheit grenzt. Ein Verlust von jeglichem Realitätssinn.

Denn: Würde auch nur ein Buchautor sich vorwerfen lassen müssen, er würde die Genfer Konventionen nicht achten, wenn er in einem Kriegsdrama die innere Zerrissenheit des Protagonisten niederschreibt, der vielleicht Zivilisten in Gefahr bringt um Terroristen zu stoppen?

Nicht anders sieht es in Actionfilmen aus. Der Protagonist Jack Bauer darf in der Serie “24″, gespielt von Kiefer Sutherland, schon mal einem Strafgefangenen ermorden und den Kopf absägen, um sich bei einer Terroristengruppe glaubwürdig zu machen. An eine vergleichbare Debatte um Gewalthandlungen und die Genfer Konventionen aufgrund der Serie kann ich mich nicht erinnern.

Hier wird also wiederholt mit zweierlei Maß gemessen. Und die Leute, die normale Actionspiele zu “Killerspielen” adeln sind längst nicht mehr glaubwürdig, geben sich vor den Konsumenten der Unterhaltungssoftware der schlimmsten Lächerlichkeit preis.
Der Einwand der Interaktivität bei Computerspielen, der so oft vorgebracht wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als zahnloser Tiger. Das sagen wenigstens Wissenschaftler, die genau prüfen, wie die interaktive Gewalt in Computerspielen von Konsumenten wahrgenommen wird. Genau so ergeht es dem Argument, doch bitte ‘alternative Lösungsmöglichkeiten’ in Spiele einzubauen. Letztendlich ist das nur ein durchschaubarer Versuch, inhaltlichen Einfluß auf Computerspiele zu nehmen.

Mancher mag sich daran erinnern: Eine Zensur findet nicht statt.
Ein Spiel ist, wie es ist.

Aber vielleicht eine kleine Anregung: wenn in der Realität keine Verstöße der Genfer Konventionen mehr vorkommen, dann werden sie auch sehr viel seltener in Büchern und Filmen thematisiert werden. Und in Computerspielen.

Einen Grund dafür, warum die Szenarien in Spielen, Filmen und Büchern nicht genau so schonungslos sein sollten wie in der Realität, sehe ich nicht. Denn das wäre heuchlerisch.

P.S.: die ZEIT hat sich übrigens entschlossen, Kommentare für den Artikel nicht zuzulassen. Nicht, dass das überraschend kommen würde. Denn nur über wenige Themen wird von deutschen Redaktionen derartig viel Unsinn geschrieben. Und bei wenigen Themen ist Widerspruch so ungewollt wie hier.

“systemrelevant”

Heute gesehen im Morgenmagazin vom ZDF: laut UNO bräuchte es 30 Mrd. Euro, um den Hunger auf der Welt zu stoppen. Die Hypo Real Estate bekam vom Staat ca. 100 Mrd. Euro. Und da fällt mir wieder die Beantwortung der Frage ein, warum denn überhaupt die Banken so viel Geld bekommen hätten. Sie seien “systemrelevant”, kam als Antwort.

Und jetzt ist mir auch klar, was der Fehler der circa eine Milliarde Menschen ist, die hungern müssen. Sie erfüllen offenbar die Relevanzkriterien für die Menschheit nicht.